Widmer-Schlumpf vs. Roubini ((Einschätzungen zur Krise in der Schweiz))
Die meisten Leute in der Schweiz scheinen immer noch zu glauben das Land die Schweiz sei ((ausser via UBS)) nicht so sehr betroffen von den aktuellen Wirtschaftsproblemen und der akuten weltweiten Kreditkrise.
Auf der einen Seite der zugegeben sehr pessimistische Professor aus den USA mit seiner Einschätzung zum Stand der Dinge...
RGE Monitor
October 9, 2008Nouriel Roubini: The world is at severe risk of a global systemic financial meltdown and a severe global depression
At this point the recession train has left the station; the financial and banking crisis train has left the station. The delusion that the U.S. and advanced economies contraction would be short and shallow – a V-shaped six month recession – has been replaced by the certainty that this will be a long and protracted U-shaped recession that may last at least two years in the U.S. and close to two years in most of the rest of the world. And given the rising risk of a global systemic financial meltdown, the probability that the outcome could become a decade long L-shaped recession – like the one experienced by Japan after the bursting of its real estate and equity bubble – cannot be ruled out.
Diese Mischung aus mehrheitlich U- und etwas L-Rezession habe ich vor einigen Tagen als Szenario in diesem Blog ebenfalls skizziert ((als abstrakte Economist-Grafik zu den japanischen Hauspreisen von 1989 und was das 20 Jahre später mit der Sicherheit ihres Kontos zu tun haben könnte in der Schweiz...Brainjogging ; )). Roubini weiter:
And in a world where there is a glut and excess capacity of goods while aggregate demand is falling, soon enough we will start to worry about deflation, debt deflation, liquidity traps and what monetary policy makers should do to fight deflation when policy rates get dangerously close to zero.
At this point the risk of an imminent stock market crash – like the one-day collapse of 20% plus in U.S. stock prices in 1987 – cannot be ruled out as the financial system is breaking down, panic and lack of confidence in any counterparty is sharply rising and the investors have totally lost faith in the ability of policy authorities to control this meltdown.
At this point severe damage is done and one cannot rule out a systemic collapse and a global depression. It will take a significant change in leadership of economic policy and very radical, coordinated policy actions among all advanced and emerging market economies to avoid this economic and financial disaster.
...
The time to act is now as all the policy officials of the world are meeting this weekend in Washington at the IMF and World Bank annual meetings.
((Quelle: RGE Monitor's Newsletter, Oct 9, 2008 ))
Prognose: Heute Freitag, 10.10.2008 kann es vor den diesen Treffen am Wochende nochmals "heiter" werden rund um den Globus nach den Vorlagen aus Asien ((Nikkei - 11% !)). Siehe dazu ((nur ein Beispiel)) meinen vorherigen Beitrag zu den 400 Milliarden USD an offenen Credit Default Swaps von Lehman Brothers, die abgewickelt werden müssen...
Zur gleichen Zeit in der Schweiz. Interview mit Frau Bundesrätin Widmer-Schlumpf - anscheinend sind wir auf alles vorbereitet...
Eine leise Kritik an ausländischen Politikern?
Möglicherweise sind wir etwas besser vorbereitet als andere Länder.((Sind wir das ? Beim Anlegerschutz, siehe unten, arbeiten wir noch daran...))
Doch noch konkreter: Wenn eine Schweizer Bank ins Schlingern gerät ...
Der Bundesrat wird alles unternehmen, damit die Stabilität des Schweizer Finanzplatzes insgesamt
sichergestellt werden kann.((Einschub: Im Extremfall und was den durchschnittlichen Bürger betrifft: 4 Milliarden CHF / 30'000 CHF = ... reicht nicht so weit hin, das ist meiner Meinung nach eine Schönwetterzahl))
Verbesserung des Anlegerschutzes?
Ich werde sehr bald etwas Konkretes dazu sagen können. Wir arbeiten daran.
Quelle: http://www.blick.ch/news/wirtschaft/wir-sind-auf-alles-vorbereitet-102399
Das also die zwei Ansichten zur Lage. Glaube jeder was er will. Sehen wir dann, was in den nächsten Wochen und Monaten mit dem Schweizer Franken ((Wechselkurs bei weltweiter Nullzinspolitik, Gratwanderung !)), den Arbeitsplätzen bei den Banken und der Exportindustrie passieren wird.
(( Scheinbar reist nun Frau BR Leuthard in die USA an die erwähnten zwei Konferenzen an diesem Wochenende. Wenigstens glänzt die Schweiz nicht durch Abwesenheit...))
PS: A propos "Sorgenkind" UBS. Bei der Berichterstattung auf cash.ch zur UBS scheinen momentan die Zahlen nicht mehr zu stimmen...
Der UBS fliesst jeden Tag eine Milliarde ab
(( aber dann im Artikel: ))
Also verliert nur die UBS: Analysten schätzen den Nettogeldabfluss im dritten Quartal auf rund 26 Milliarden Franken, davon 10 Milliarden im Wealth Management.
Quelle: http://www.cash.ch/news/story/771/616348/40/40
Ein Berichtsquartal dauert meines Wissens immer noch 3 Monate, dh. ca. 90 Tage, das wären ja "nur" ca. 1 Milliarde pro 3 Tage und nicht pro Tag, oder ?! Vielleicht hat man gleich noch die lybischen Milliarden eingerechnet...*snicker*, siehe:
Jedenfalls dürften der UBS solche Artikel nicht helfen in dieser Sache...