24 posts tagged “politik”
Viel ist zum Thema und einem möglichen "Exempel", das an der UBS statuiert werden soll, schon geschrieben worden. Dieses Video-Interview scheint mir besonders interessant zu sein kurz vor dem Prozessbeginn...
Entweder kommt es zum teuren Befreiungsschlag ((Vergleich)) oder zu einem langjährigen Rechtsstreit, der im Anschluss auch weiteren Auslandsbanken ((erwähnt werden konkret die CS und HSBC)) blühen könnte.
PS: Nicht erst seit der Finanzhilfe durch den Bund ist auch die Schweizer Regierung und das Schweizer Banksystem für ausländische Kunden auf der Anklagebank. Ein Mosaikstein ist hochaktuell. Ohne in Verschwörungstheorien abzugleiten könnte die Affäre Tinner * ein weiteres Detail - nebst den häufiger hervorgebrachten politischen Argumenten aus Schweizer Seite ((UBS-Arbeitsplätze in den USA **, gute Dienste der Schweiz für die USA )) - darstellen. Spätestens wenn sich heraustellen sollte, dass die Akten CIA-verseucht sind und die Schweizer Regierung sich deshalb mit Händen und Füssen gegen eine Herausgabe wehrte und wehrt...
* http://www.nzz.ch/nachrichten/schweiz/die_verworrene_affaere_tinner_im_zeitraffer_1.2982785.html
** Siehe dazu aktuell auch...
und...
http://www.nzz.ch/finanzen/nachrichten/prof_kunz_1.2977913.html
Zeichen und Wunder in der Schweiz bzw. der Schweizer Verwaltung. Zumindest kommt das Thema einmal auf die Traktandenliste...
Der Bund hat einen Millionenauftrag an Microsoft ohne Ausschreibung vergeben und damit die Anbieter von Open-Source-Produkten vom Wettbewerb ausgeschlossen. Parlamentarier fordern von der Verwaltung bei der Beschaffung mehr Transparenz.
http://www.nzz.ch/nachrichten/schweiz/risiken_der_microsoft-strategie_abklaeren_1.2507074.html
Weitermachen. Mit der Transparenz. Dazu nur ein schon bekanntes Musterbeispiel ((Stichwort BBL und Immobilien)) aus dem Jahre 2008...
Der Bericht der Eidgenössischen Finanzkontrolle über Misswirtschaft bei den Auslandimmobilien der Eidgenossenschaft erregte Aufsehen. Das zuständige Bundesamt für Bauten und Logistik im Departement von Hans-Rudolf Merz kam bös an die Kasse.
...
Bekannt wurde ausserdem der geplante Kauf einer Luxuswohnung für die Schweizer Verteidigungsattachées in Paris. Das BBL wollte für diese im besten Viertel von Paris eine 4,2 Millionen Franken teure Bleibe erwerben. Die KöB lehnte den Kauf aber ab – wegen des zu hohen Preises. Dennoch musste die Eidgenossenschaft dem Makler gegen 300'000 Franken überwiesen – unter anderem für Gebühren.
http://bazonline.ch/schweiz/standard/Departement-Merz-redet-Misswirtschaft-schoen/story/22694722
Ein Verlustezyklus der eines Tages wieder auftauchen wird. Die Probleme ((asymmetrische Risiken)) bleiben nach wie vor ungelöst bei den zwei Grossbanken - sowohl bei den Lohnsystemen als auch beim Klumpenrisiko für die Schweiz und die Schweizer Währung...
PS: Update. Christoph Blocher hatte die Idee einer Holding/Abtrennung im letzten Oktober, vermerkte ich damals auch hier im Blog. Nun nimmt er die Idee ((Nebelgranate nach der Niederlage bei der letzten Abstimmung ;) ?)) wieder medienwirksam auf...
http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Gespaltene-SVP-Blocher-und-Kaufmann-gemeinsam-gegeneinander/story/20246546
Ueber die letzten Jahre hatte nur Rudolf Strahm einige Male mit Nachdruck auf die Klumpenrisiken hingewiesen und Verbesserungsvorschläge eingebracht. Eigentlich erstaunlich, besonders nach dem Zusammenbruch der Swissair, welcher volkswirtschaftlich einen kleineren Schaden als bei einem potentiellen Zusammenbruch von UBS oder CS mit sich brachte.
Ringeltanz, eine Kernkompetenz für den Bundesrat...?
http://www.youtube.com/watch?v=c918KwWVmtk
Am 10. Dezember finden wir es heraus. Das Kinderparlament hat er wohl schon nach dieser Sendung auf seiner Seite.
Das mit der gleichnamigen japanischen Stadt war mir bekannt, aber dieser lustige Zusammenhang nicht:
Bekannt ist Obama für seine Stäbchen - 80 Prozent des Bestecks stammen von hier. Jeden 4. August ist "Chopstick-Day" - Tag der Stäbchen. Und nein, nicht Zufall, sondern Schicksal: Baracks Geburtstag ist - der 4. August.
Quelle: http://www3.ndr.de/ndrtv_pages_std/0,3147,OID4721526,00.html
Guter NZZ-Artikel zu den Wahlen in den USA, der über die Tagesaktualität hinausblickt...
Einen solchen «Ein-Parteien-Staat» unter demokratischer Regie hat es in den USA seit 74 Jahren nicht mehr gegeben, als Franklin D. Roosevelt angesichts der grossen Depression alle politischen Kräfte um sich scharen konnte. In den Reihen der Republikaner wird die Möglichkeit eines solchen «Waterloos» ihrer Partei bereits offen angesprochen.
Vertrauen in «checks and balances»
Doch was wären die politischen Folgen eines Triumvirats aus dem Präsidenten Obama, der Sprecherin des Repräsentantenhauses Nancy Pelosi und Harry Reid, dem demokratischen Mehrheitsführer im Senat? Bedeutet dies eine unumschränkte Macht für den 44. Präsidenten der USA? Die Furcht ist unter Polit-Experten erstaunlich wenig verbreitet. Das Vertrauen in die viel zitierten «checks and balances» der USA sind gross.
Quelle:
http://www.nzz.ch/nachrichten/international/amerika_waehlt_nicht_nur_den_praesidenten_1.1198703.html
Viele Leute haben sich bis jetzt nicht mit der Abzockerinitiative auseinandergesetzt und haben weiterhin falsche Vorstellungen, etwa, dass eine Lohnobergrenze oder eine Bandbreite gefordert wird - dem ist nicht so.
Siehe dazu unten das Interview auf Telezüri vom 20. Oktober 2008. Der Initiant Minder ((wie auch der anwesende Vertreter der FDP Luzern, Otto Ineichen)) forden darüber hinaus wichtige Anpassungen in der Aktienrechtsrevision um das Depotstimmrecht zu verbessern ((Abstimmungspflicht für Pensionskassen etc.)) sowie bessere Unterschiede zwischen Kleinbetrieben und Konzernen, um unnötige Bürokratie zu vermeiden...
http://www.telezueri.ch/index.php?id=60868
((Videos sind im Archiv online verfügbar -> siehe 20. und 21. Oktober 2008))
Ein Silberstreif unter all den bürgerlichen Parlamentariern, die den Kopf in den Sand stecken oder austrocknende Spenden aus der Finanzbranche fürchten.
PS: Die FDP Luzern war übrigens eine der wenigen Sektionen der FDP ((oder überhaupt aller bürgerlichen Parteien)), weöche die Abzockerinitiative unterstützt hatte. Die Mehrheit der FDP spielte schon bei den Parallelimporten ein Trauerspiel mit ((Freunde Der Pharmalobby)), das F kann man bald aus dem Namen streichen.
PPS: Nur einen Tag später ((Dienstag, 21. Oktober 2008)) war der Wirtschaftsprofessor Walter Wittman Interview-Gast, auch dieses Interview ((besonders seine Erläuterungen zum europäischen Ordo-Liberalismus, die häufig missverstanden wurden)) ist sehenswert.
ROFL. Told. You. So. Ich muss nicht bis 2009 warten um auf meine Prognose vom 16.10.08 ((Punkt 3)) zu verlinken, dass die Versprechungen der UBS-Spitze bezüglich Boni reine Lippenbekenntnisse waren und bleiben werden...
Der Bund schiesst bei der UBS 6 Milliarden Franken ein, die Nationalbank übernimmt faule UBS-Papiere für 60 Milliarden. Doch diese Staatshilfe hindert die Grossbank nicht daran, im nächsten Frühling 7 Milliarden Franken an Boni auszuzahlen.
Zur Zahl von 7 Milliarden Franken will die Bank keine Stellung nehmen. Sprecherin Eveline Müller-Eichenberger sagt nur: «Es werden Boni gezahlt. Die Summe der Boni wird aber mit Sicherheit kleiner sein als im Vorjahr.» Damals waren es noch 12 Milliarden Franken – trotz Konzernverlust.
Habe keinen Zweifel, an den der Zeitung "Sonntag" gesteckten ((via Tagesanzeiger oben zitierten)) Infos zu zweifeln. Ich frage mich, wie naiv Bundesbern war, als diese Rettungsaktion ((pardon: vertrauensbildende Massnahme aus Sicht der Bank)) beschlossen wurde letzte Woche. Im Original der Zeitung "Sonntag" sieht das noch eindrücklicher aus für Leute, die sich wenig mit dem Thema beschäftigt haben. Die Boniauszahlungen der letzten Jahre zeigen die Grössenordnungen in Relation zur nun ((angeblich so dringend benötigten)) Bundeshilfe...
(( Quelle: Sonntag, 19.10.2008, Titelseite. Wohlgemerkt, es sind oben nur Boni dargestellt. Die ((zu)) hohen Dividenausschüttungen der letzten Jahre müsste man auch addieren... ))
Erstens ist es köstlich, wie sich nun alle über die Saläre aufregen, obwohl diese seit Jahren bekannt sind. Besonders die Politiker, das macht sich gut. Die Abzocker-Intiative des Kleinunternehmers Minder ((Trybol)) hat selbst die SP nur auf dem Papier unterstützt, die Grünen etwas aktiver. Ausser der Grünen Partei und einigen kleinen Sektionen anderer Parteien hat keine politische Kraft (( weder bei der Revision des Aktienrechts noch bei der Unterstützung der Abzockerinitiative)) viel Energie aufgebracht zum Thema.
Auf Kundenseite nicht anders: Vor UBS-Filialen und an Aktionärsversammlungen empören sich Kunden und Kleinaktionäre bei hingestreckten Mikrofonen. Köstlich 2.0. Wir haben kein Bankmonopol - kein Mensch hat diese Leute gezwungen, das Konto ((weiterhin)) bei der UBS zu haben oder UBS-Aktien zu kaufen - man kann das Konto auflösen und/oder die Aktien verkaufen, das dauert nicht viel länger als ein Interview zu geben :)
Zweitens kann die UBS gar nicht anders, als weiter Boni zu zahlen wegen laufenden Arbeitsverträgen - besonders im Investmentbanking wenn keine supranationale Lösung gefunden wird. Aenderungen in den Arbeitsverträgen in den USA und anderen Ländern würden und werden Klagewellen und Abwanderungen der hochbezahlten Spezialisten nach sich ziehen - das zeigt einmal mehr, dass die Boni auf Schönwetterperioden ausgelegt wurden und nicht einmal nach dem Katastrophenjahr 2007/08 angepasst werden konnten. Ein weiteres Armutszeugnis für das Risikomanagement in der UBS. Der Bund hat entweder nicht hingehört oder die UBS hat letzte Woche wieder einmal juristisch vieldeutig fabuliert und eine Nebelgranate gezündet bei konkreten Fragen - jedenfalls gibt es keine wasserdichte Verpflichtung der UBS und keine Auflage seitens des Bundes. Bundesnaiv.
Drittens musste das Börse personifiziert werden, um den Skandal boulevardmässig bearbeiten zu können. Es ist nur noch von Marcel Ospel ((natürlich zurecht)) die Rede - aber neben ihm "verdienen" Hunderte von Angestellten im Investmentbanking ebenfalls Millionenboni. Es ist nicht unüblich, dass leitende Angestellte bzw. Teams in den Tradingdesks mehr als ihre Chefs verdienen. Von ihnen redet Niemand. Wenn Ospel in den nächsten Wochen unter Krokodilstränen für eine PR-Aktion ein paar Millionen erstattet, stört das weder ihn noch die Bank - er hat genug Geld aus den früheren Jahren und die Namen der im Ausland lebenden UBS-Kader kennt in der Schweiz kein Mensch, darum stört sich auch Niemand mehr daran wenn der Volkszorn abgeflaut ist ((das mit Ospel war übrigens eine letzte Prognose)).
Das war es definitiv zur UBS in diesem Blog. Ich mag nicht mehr zu diesem leidigen Thema in den Sandsackdie Tasten zu hauen - wenigstens war es ein gutes Fallbeispiel für die Abzockerinitiative und das "Halbwertszeitgedächtnis" vieler Schweizer Politiker, die sich nun plötzlich lautstark dafür einsetzen, dass der Aktionär die Löhne der Führung festlegen darf :)
PS: Es gibt nicht nur die UBS und die CS. Wir haben zum Glück noch genug grössere und kleinere Banken in der Schweiz, die gut und seriös arbeiten. Stimmen Sie mit ihrem Geld ab (( Ich warte auf den ersten Kommentar, das würde die Krise nur verschlimmern - solange eine Bank Boni in diesen Grössenordnungen zahlt und gleichzeitig Geld vom Staat fordert, hat sie offenbar ihr Geld nicht nötig - vom Vertrauensverlust nach dem Zickzackkurs der letzten Monate ganz zu schweigen.))
Die mehrheitlich bürgerliche WAK sorgt sich um die Kultur und will wieder feste Bücherpreise...
Ich bin gerührt und warte auf feste Preise für Musikträger, DVDs, Konzerte, Theatereintritte, Kinotickets und ((Ironie angesichts der Killerspielpanik gewisser Schweizer Politiker, aber Kunst darf ja bekanntlich fast alles...)) Videospiele.
Ein weiteres Retro-Gesetz aus dem Bundeshaus.
PS: Ich hoffe, die haben die elektronischen Bücher vergessen, dann löst sich das Problem in ein paar Jahren zu einem wesentlichen Teil ganz von alleine.
Siehe iTunes vs. Musikindustrie, die noch zu lange und zu viele CDs pressen wollte. Amazon.de und andere Händler aus dem grenznahen Ausland werden sich des Schweizer Marktes gerne annehmen...bzw. via Amazon Kindle oder anderen eBook-Readern den Schweizer Markt digital beliefern. Das dauert nur noch 3-5 Jahre bei der gegenwärtigen Entwicklung der eInk-Technologie und viel vorher wird das Gesetz auch nicht verabschiedet :)
Mit einem Spoof-Video zu den nächsten Präsidentschaftswahlen macht Larry Flynt wieder einmal von sich reden...
http://boingboing.net/2008/10/02/hustler-producing-sa.html
(( Köstlich übrigens, dass die sich - wenigstens bei Hustler - extra die Mühe machen und ein Script schreiben
http://master.hustlerworld.com/news/2008/10/the_script_of_whos_nalin_payli.html Achtung: Milder NSFW-Link
Ich dachte immer, XXX-Filme werden an einem einzigen Tag und ohne Script abgedreht. ))
...dabei hatte der Mann schon zu Bush-Zeiten so viel Interessantes und Ernstes zu sagen:
There's a lot more politics than sex in Flynt's provocative polemic against conservatism in general and the Bush administration in particular—which just goes to show how exercised the Hustler entrepreneur is by current policies and trends. The first chapter deals with Flynt's rise from smalltown Kentucky to become what he calls a "smut peddler with opinions"; the last chapter concerns his outspoken views on sex. In between he sounds a lot like Michael Moore and Al Franken as he "Flynts" what he calls the hypocrisy of the political right. He blasts right-wingers for their attacks on liberal live-and-let-live values, the Bush administration for the Iraq war and Attorney General Ashcroft for post–September 11 policies that Flynt believes have stripped Americans of their civil liberties. All of this has been done elsewhere, including past Flynt books like An Unseemly Man, but Flynt's sharp edge keeps this polemic moving, tabloid-style.
http://www.amazon.com/Sex-Lies-Politics-Naked-Truth/dp/0758204833